Es gibt ein kleines Loch im hinteren unteren Bereich des Kühlschrankinnenraums, das die meisten Menschen noch nie bewusst wahrgenommen haben. Genau dieses unscheinbare Detail ist dafür zuständig, dass das Tauwasser aus dem automatischen Abtauzyklus sicher nach außen abgeleitet wird. Wenn es verstopft ist, merkt man das – nur meistens erst dann, wenn das Problem bereits sichtbar geworden ist.
Wasser, das sich am Boden des Kühlschranks sammelt. Eine Eisschicht, die trotz intakter Dichtung immer wieder zurückkommt. Manchmal auch eine Pfütze vor dem Gerät. Das sind die typischen Zeichen dafür, dass der Ablaufkanal gereinigt werden muss.
Wo genau sitzt der Ablauf?
Bei den meisten Kühlschränken befindet sich das Ablaufloch direkt unterhalb der Rückwand, mittig oder leicht versetzt. Es ist oft nur wenige Millimeter groß – manchmal mit einer kleinen Gummimanschette oder einem Kunststoffeinsatz versehen.
Von diesem Loch führt ein Kanal nach unten und außen zu einer Auffangschale, die unterhalb des Geräts oder direkt am Kompressor sitzt. Das Wasser verdunstet dort durch die Wärme des Kompressors. Man sieht diese Schale in der Regel nicht, solange alles funktioniert – merkt es aber sofort, wenn der Ablauf blockiert ist und das Wasser stattdessen im Innenraum bleibt.
Was den Kanal verstopft
Am häufigsten sind kleine Lebensmittelreste, Krümel oder Schimmelablagerungen, die sich über Monate im Ablaufbereich ansammeln. Kalk kann ebenfalls eine Rolle spielen, besonders in Regionen mit hartem Wasser. Gelegentlich friert das Loch auch direkt zu – dann wenn die Temperatur zu niedrig eingestellt ist oder der Abtauzyklus nicht mehr richtig funktioniert.
So reinigt man den Ablauf
Für die Reinigung braucht man nicht viel: ein Pfeifenreiniger, ein dünner Holzspieß, ein Wattestäbchen oder eine spezielle Ablaufreinigungsbürste – die gibt es für wenige Euro. Wer keines davon zur Hand hat, kann auch den Kolben einer leeren Spritze ohne Nadel nehmen und damit vorsichtig Wasser in das Loch drücken.
Der Kühlschrank muss für diese Reinigung nicht zwingend ausgeschaltet werden, aber es schadet nicht – besonders wenn gleichzeitig die Rückwand leicht vereist ist und man das Eis erst abtauen lassen möchte.
Schritt für Schritt: Den Innenraum im unteren Bereich der Rückwand freilegen, Ablaufloch lokalisieren, mit dem gewählten Werkzeug vorsichtig von oben in den Kanal einführen und Ablagerungen lösen. Anschließend mit etwas lauwarmem Wasser nachspülen – das Wasser sollte jetzt nach unten abfließen und nicht im Innenraum stehen bleiben.
Wenn das Wasser abläuft, ist der Kanal frei. Wenn nicht, ist die Blockade tiefer – in diesem Fall hilft es, mit etwas mehr Druck nachzuspülen oder den Kanal von unten zugänglich zu machen, was bei einigen Gerätetypen möglich ist.
Wie oft sollte man das tun?
Als grobe Faustregel gilt: einmal im Jahr reicht bei normaler Nutzung aus. Wer viel frische und feuchtigkeitsreiche Lebensmittel lagert, oft Krümel im Kühlschrank hat oder in einer Region mit sehr hartem Wasser lebt, sollte es häufiger tun – etwa alle sechs Monate.
Der Aufwand ist gering. Die Reinigung dauert in der Regel unter zehn Minuten und verhindert Probleme, die sonst viel lästiger zu lösen sind. Ein verstopfter Ablauf ist einer jener stillen Fehler, die sich lange unbemerkt aufbauen – bis das Wasser am Boden steht oder die Vereisung trotz aller anderen Maßnahmen einfach nicht aufhört.
Wer seinen Kühlschrank regelmäßig abtaut und dabei auch den Ablaufbereich im Blick behält, ist auf der sicheren Seite.
