Kühlschrank Thermostat defekt – Symptome und was zu tun ist

Der Thermostat ist eines der unscheinbarsten Bauteile im Kühlschrank – und gleichzeitig eines der wichtigsten. Er misst die Temperatur im Innenraum und gibt dem Kompressor das Signal, wann er anlaufen und wann er pausieren soll. Solange er funktioniert, merkt man ihn nicht. Wenn er defekt ist, zeigt der Kühlschrank Symptome, die anfangs rätselhaft wirken können.

Das Verwirrende: Ein defekter Thermostat kann sich auf zwei entgegengesetzte Arten bemerkbar machen. Er kann dafür sorgen, dass der Kühlschrank zu kalt wird – oder dass er kaum noch kühlt. Beides hat dieselbe Ursache: Der Regelkreis funktioniert nicht mehr.

Symptom 1: Kühlschrank kühlt zu stark

Wenn der Thermostat fehlerhaft misst – also dem Kompressor meldet, die Temperatur sei wärmer als sie tatsächlich ist – läuft der Kompressor länger als nötig. Der Kühlschrank wird zu kalt. Lebensmittel, die keine Kälte vertragen, frieren an. Joghurt, Salat, Obst – alles, was nah an der Rückwand liegt, bekommt Eiskristalle oder wird beschädigt.

Gleichzeitig vereist die Rückwand stärker als üblich, weil der Kompressor kaum noch Pause macht und die Verdampferfläche dauerhaft unter dem normalen Temperaturbereich liegt.

Wer bemerkt, dass sein Kühlschrank trotz mittlerer Einstellung dauerhaft zu kalt ist und Lebensmittel einfriert, sollte den Thermostat als Ursache in Betracht ziehen.

Symptom 2: Kühlschrank kühlt nicht mehr ausreichend

Der umgekehrte Fall ist ebenfalls möglich: Der Thermostat meldet fälschlicherweise, die Solltemperatur sei bereits erreicht – obwohl der Innenraum noch zu warm ist. Der Kompressor bekommt kein Startsignal, läuft zu selten oder gar nicht mehr. Die Temperatur im Kühlschrank steigt.

Das fällt oft erst auf, wenn Lebensmittel schneller verderben als gewohnt, Milch frühzeitig sauer wird oder Fleisch sich nach einem Tag ungewöhnlich warm anfühlt. Ein Kühlschrankthermometer zeigt in solchen Fällen schnell, ob die Temperatur tatsächlich zu hoch liegt.

Symptom 3: Kompressor läuft dauerhaft oder nie

Ein Thermostat, der komplett ausgefallen ist, gibt entweder dauerhaft ein Kühlsignal ab oder gar keines mehr. Im ersten Fall läuft der Kompressor ununterbrochen, das Gerät wird sehr kalt, der Stromverbrauch steigt spürbar an. Im zweiten Fall springt der Kühlschrank schlicht nicht mehr an – er läuft überhaupt nicht, auch wenn er eingeschaltet ist.

Ein dauerhaft laufender Kompressor ohne Pause ist dabei nicht nur ein Hinweis auf den Thermostat, sondern auch auf mögliche Folgeschäden: Das Bauteil ist für Intervallbetrieb ausgelegt, nicht für Dauerlauf.

Was man selbst prüfen kann

Bevor man einen Techniker ruft, lohnt sich eine einfache Überprüfung: Temperaturregler auf eine wärmere Stufe drehen und beobachten, ob der Kompressor daraufhin pausiert. Wenn ja, reagiert der Thermostat grundsätzlich noch. Wenn der Kompressor trotz höchster Wärmeeinstellung nicht aufhört zu laufen – oder nie anläuft – ist der Thermostat ein klarer Kandidat für den Defekt.

Ein defekter Thermostat kann bei vielen Geräten selbst getauscht werden. Er sitzt in der Regel im Innenraum, oft hinter dem Temperaturregler erreichbar. Das passende Ersatzteil lässt sich über die Gerätemodellnummer bestellen.

Wer sich das nicht zutraut oder unsicher ist, ob der Thermostat wirklich die Ursache ist, kann das einem Techniker überlassen – das ist einer der unkomplizierteren Defekte, der sich vergleichsweise günstig beheben lässt. Ob sich die Reparatur insgesamt lohnt, hängt vom Alter des Geräts ab – dazu gibt es auf dieser Seite einen eigenen Artikel zur Frage Reparatur oder Neukauf.